Auã Santos
Frankfurts Schlussmann in der Keeperanalyse
Neues Jahr, gleiche Diskussionen bei der Eintracht: Kauã Santos zeigte eine durchwachsene erste Halbzeit in Stuttgart. Nach dem Seitenwechsel war das Bild ein ganz anderes.
Schauen wir zunächst auf das 1:1. Seine Ausgangsstellung ist in Ordnung, vielleicht einen Schritt zu tief. Ich verwende gerne die Regel: Höhe letzter Mann geteilt durch Vier. Santos hätte also auf dreieinhalb / vier Meter stehen können. Gerade, weil er gegen Dortmund häufig sehr hoch stand.
Sein Weg zum Ball ist nicht geradlinig, er läuft eine kleine Kurve und kommt nicht im richtigen Moment in den Abdruck.
Hier gut zu sehen, wie er sich nach einem Kreuzschritt nicht direkt mit dem rechten Bein abdrückt, sondern auch mit dem linken. Dadurch ist der Sprung einerseits nicht sonderlich hoch. Andererseits bekommt er sein linkes Knie nicht hoch, um sich zu schützen bzw. den Gegen-/Mitspieler auf Distanz zu halten.
Sicherlich ist ein Kontakt zwischen Santos und Amenda da. Aber es ist auch kein Impact, der einen Profitorhüter so aus dem Gleichgewicht bringen sollte. Abschließend war es für mich auch ein Ball zum Fangen. Er war lang genug in der Luft, er war klar eher da - Fausten wäre möglich, aber nicht notwendig gewesen.
Wenige Minuten später entschied sich Santos bei einer ähnlichen Flanke für die Faustabwehr und schaffte Tatsachen. Einen Distanzschuss von Karazor ließ er nach vorne abprallen.
Erwähnenswert ist vor allem diese Szene: Langer Ball, leicht diagonal aus der Stuttgarter Hälfte. Santos steht initial schon zwei bis drei Meter zu tief. Kommt dann erst raus, geht wieder zurück, um dann aus spitzem Winkel drauf zu schieben. Gleich vier Frankfurter gestikulieren mit den Armen aufgrund dieses uneindeutigen Verhaltens.
Mal abgesehen davon, dass ein langer Pass die gesamte Fünferkette aushebelt und Kauffs (7) Gegenspieler Vagnoman frei durch ist, hätte Santos bei seinem ersten Gedanken bleiben müssen. Mit einer leicht höheren Position kann er den Ball sicher klären.
In der zweiten Halbzeit war der Brasilianer in vielen Aktionen klarer. Auch wenn es zumeist Zielverteidigungsaktionen waren. Hier im Eins-gegen-Eins mit Undav ist Frankfurt zunächst wieder damit beschäftigt mit den Händen zu fuchteln.
Mir gefällt wie lange er aufrecht bleibt und Undav mit kleinen Schritten entgegengeht. Bei springenden Bällen ist die Gefahr groß, überlupft zu werden, wenn man herausstürmt. Santos macht das gut, bewahrt die Ruhe und nimmt Undav mit jedem Schritt mehr Optionen.
Auch hier nimmt er Undav durch sein Fallenlassen viele Optionen. Die genau richtige Strategie, nicht ins Eins-gegen-Eins zu gehen. Wir sehen: Kauã Santos hat das Torwartspiel nicht verlernt. In seinem jungen Alter und mit seiner oft risikobehafteten Spielweise ist er derzeit aber der falsche Torwart im falschen Team. Auch Michael Zetterer würde hinter dieser wilden Abwehr vermutlich keine bessere Figur abgeben. Klar ist aber, wenn Dino Toppmöller erneut zwischen den Pfosten wechselt, ist das Kapitel Kauã Santos in Frankfurt endgültig vorbei.
Schauen wir zum Abschluss noch einmal auf seinen Gegenüber, Alexander Nübel. Der sein Team mit einem Monstersave kurz vor Schluss retten konnte.
Der VfB-Keeper ist hellwach, als Kalimuendo durchbricht. Wie so häufig stellt er keinen klassischen Block, sondern schiebt “südamerikanisch” in den Schuss. Nübel bleibt dadurch aufrecht, kann die Bewegung schneller einleiten. Top-Aktion und zum zweiten Mal ein starkes Spiel von ihm.



























